LCA & LCC
Wir bewerten Umweltwirkungen und Kosten eines Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus.
So lassen sich Materialien, Konstruktionen und technische Varianten langfristig vergleichen und gezielt optimieren.
← Zurück zu Circular Economy & Life Cycle
LCA & LCC
LCA und LCC betrachten ein Gebäude nicht nur zum Zeitpunkt der Errichtung, sondern über seinen gesamten Lebenszyklus. Dadurch wird sichtbar, welche Umweltwirkungen und Kosten durch Herstellung, Nutzung, Instandhaltung, Austausch und Rückbau tatsächlich entstehen.
Die LCA, also die Ökobilanz, erfasst die Umweltwirkungen eines Gebäudes. Dazu gehören insbesondere die Herstellung der Baustoffe, Transport und Bau, der Gebäudebetrieb, Instandsetzung und Austausch sowie Rückbau, Entsorgung und mögliche Wiederverwertung. Ziel ist es, nicht nur den Energieverbrauch im Betrieb zu betrachten, sondern auch die Auswirkungen der verwendeten Materialien und Konstruktionen einzubeziehen.
Die LCC, also die Lebenszykluskostenberechnung, betrachtet parallel die wirtschaftliche Seite. Neben den Herstellungskosten werden dabei auch Betriebskosten, Wartung, Instandhaltung, Ersatzinvestitionen und weitere Folgekosten über einen festgelegten Betrachtungszeitraum berücksichtigt. Gerade diese späteren Kosten können für die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes entscheidend sein.
Warum LCA und LCC gemeinsam betrachten?
Eine Variante mit niedrigen Herstellungskosten ist nicht automatisch die wirtschaftlichste oder nachhaltigste Lösung. Günstigere Bauteile können beispielsweise höhere Betriebs-, Wartungs- oder Austauschkosten verursachen. Umgekehrt muss eine ökologisch bessere Lösung nicht zwingend teurer sein.
Durch die gemeinsame Betrachtung von Umweltwirkungen und Kosten können verschiedene Planungsvarianten objektiver miteinander verglichen werden. So wird sichtbar, welche Lösung langfristig sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Studien zur lebenszyklusbasierten Betrachtung zeigen außerdem, dass bessere Klimawirkungen nicht automatisch mit höheren Herstellungskosten verbunden sein müssen.
Was wir untersuchen
Je nach Projekt betrachten wir unter anderem die Gebäudehülle, Tragstruktur, Ausbau, technische Anlagen, eingesetzte Materialien und die Energieversorgung.
Bei der Ökobilanz werden die relevanten Umweltwirkungen über die einzelnen Lebenszyklusphasen berechnet. Dadurch lässt sich erkennen, welche Bauteile, Materialien oder Nutzungsphasen besonders stark zum ökologischen Fußabdruck beitragen.
Bei der Lebenszykluskostenberechnung werden die zu erwartenden Kosten über die Nutzungsdauer gegenübergestellt. Dazu gehören neben Herstellung und Betrieb auch Wartung, Instandsetzung, Austausch und gegebenenfalls Rückbau und Verwertung.
Varianten vergleichen und Planung optimieren
Der größte Nutzen entsteht, wenn LCA und LCC bereits früh in die Planung einbezogen werden. In dieser Phase können Konstruktionen, Materialien und technische Konzepte noch vergleichsweise einfach verändert werden.
Wir vergleichen beispielsweise unterschiedliche Fassadenaufbauten, Tragkonstruktionen, Dämmstoffe, Fenster, Heizsysteme oder Materialkonzepte und zeigen, wie sich diese Varianten auf Umweltwirkung und Lebenszykluskosten auswirken.
Dadurch können Planungsentscheidungen nicht nur nach Anschaffungskosten getroffen werden. Stattdessen wird sichtbar, welche Variante über den gesamten Lebenszyklus die sinnvollere Lösung darstellt. Die DGNB empfiehlt den frühen Einsatz der Ökobilanz ausdrücklich als Planungs- und Optimierungsinstrument.
Einsatz bei Neubau und Sanierung
LCA und LCC eignen sich sowohl für Neubauten als auch für Sanierungsprojekte. Gerade im Bestand kann die Lebenszyklusbetrachtung helfen zu beurteilen, ob der Erhalt vorhandener Bauteile, eine Sanierung oder ein Austausch langfristig sinnvoller ist.
Dabei kann auch untersucht werden, welche Umweltwirkungen durch den Erhalt bestehender Konstruktionen vermieden werden und welche zusätzlichen Auswirkungen durch neue Materialien entstehen.
Einsatz für Zertifizierung und Förderung
Ökobilanzen und Lebenszykluskosten spielen auch bei Nachhaltigkeitszertifizierungen und Förderprogrammen eine wichtige Rolle. Im DGNB-System sind sowohl die Ökobilanz als auch die gebäudebezogenen Kosten im Lebenszyklus eigene Bewertungskriterien.
Auch bei bestimmten Förderprogrammen für klimafreundliches Bauen ist die Ökobilanz inzwischen Bestandteil der Anforderungen.
Unsere Leistung
Wir erstellen die erforderlichen Gebäudemodelle und Bilanzierungen, strukturieren die benötigten Mengen, Materialien, Energiedaten und Kostenansätze und führen die Berechnungen für die relevanten Lebenszyklusphasen durch.
Anschließend werten wir die Ergebnisse aus, identifizieren die größten Umwelt- und Kostentreiber und vergleichen auf Wunsch unterschiedliche Planungsvarianten.
So entsteht nicht nur ein Nachweis, sondern eine konkrete Entscheidungsgrundlage für Materialwahl, Konstruktion, Anlagentechnik, Investitionen und die weitere Planung.